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Presseschau

Degussa-Gelände: Drei Türme und ein Platz

Frankfurter Rundschau, 09.11.2007

Von Claus-Jürgen Göpfert

Noch am frühen Morgen werden eilig einige Spitzenpolitiker der Römer-CDU zur Information zusammengetrommelt. Führende Grüne haben den Entwurf schon am Vorabend gesehen. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) ist ganz stolz darauf, dass er die Verhandlungen um die Zukunft des Degussa-Geländes zwischen Mainkai und Weißfrauenstraße allein zum Erfolg geführt habe: "Auch der Herr Heumann erfährt nicht alles", stellt Schwarz mit Blick auf seinen ewigen innerparteilichen Rivalen Jochem Heumann fest, den planungspolitischen Sprecher der CDU.

Durchbruch nach mehr als einem Jahr des Pokerns: 500 Millionen Euro investiert der Besitzer des Degussa-Grundstücks, die Deutsche Immobilien Chancen (DIC), bis 2013 in das neue Viertel "MainTor". Fast alle heutigen Gebäude des früheren Chemiekonzerns, etwa 70 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, weichen einer Bebauung im Umfang von 105 000 Quadratmeter Raum.

An die 1000 Mitarbeiter der früheren Degussa bleiben noch etwa acht Jahre auf dem Gelände - solange reicht der Mietvertrag. Weitere 2000 neue Arbeitsplätze entstehen in neuen Bürogebäuden. In den Verhandlungen mit der Stadt hat die DIC auf den Plan verzichtet, einen 150 Meter-Turm im Zentrum des Geländes zu bauen. Statt dessen soll sie ein Stück weiter westlich einen 100 Meter hohen Büroturm bauen dürfen. Zur Weißfrauenstraße hin soll ein 60- Meter-Hochhaus mit Büros entstehen, ein weiterer 60 Meter-Büro-Turm wächst am Brückenkopf der Untermainbrücke und bildet ein Tor mit dem National-Hochhaus

Zum Main hin plant die DIC kleinere "Punkthäuser" mit Wohnungen. Der Entwurf des Architekturbüros KSP Engel und Zimmermann sieht dazwischen "Durchblicke zum Wasser" vor. 250 bis 300 "hochattraktive Wohnungen im gehobenen Segment" sind vorgesehen, rechnete DIC-Vorstandsvorsitzender Ulrich Höller vor.

Höller ist sehr zufrieden - vor allem darüber, dass es endlich eine Entscheidung gegeben hat. In den Gesprächen mit der Stadt hatte die DIC mächtig aufs Tempo gedrückt - sie will schon Ende 2008 mit dem Bau von "MainTor" beginnen, gemeinsam mit dem Morgan Stanley Real Estate Funds.

An der Neuen Mainzer Straße entsteht eine Vorfahrt zum Gelände, von dort erreicht man zu Fuß einen zentralen Platz, an dem der geplante 100-Meter-Turm stehen wird. Restaurants und Cafes sollen laut Architekt Engel für eine "Kontrolle des öffentlichen Raums" auch abends sorgen.

Ein Gutachter-Verfahren zwischen drei eingeladenen Architekturbüros entscheidet über die endgültige Gestalt - das Büro KSP gehört dazu. "Sehr wahrscheinlich", so Stadtrat Schwarz, regelt dann ein städtebaulicher Vertrag zwischen Kommune und DIC die Einzelheiten - zum Beispiel den Zeitpunkt, bis zu dem gebaut werden muss. Doch die schwarz-grüne Mehrheit im Stadtparlament steht ohnehin - Schwarz lobt ausdrücklich die Grünen, die sich "deutlich bewegt" hätten. Am Nachmittag meldet sich sogar Rivale Heumann zu Wort und spricht von einem "guten Tag für Frankfurt".





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